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Seit 1872

Die Geschichte der Studentenverbindungen und der K.St.V. Palatia Heidelberg reicht lange in die Vergangenheit zurück. Seit es Universitäten gibt, gab es auch den Drang, sich zu Gemeinschaften zusammenzuschließen. Zunächst erstarkten Gruppen von Studenten, die aus dem gleichen Staat kamen, so genannte „Landsmannschaften“ und einige Zeit später entstanden nach Zusammenschlüssen, die hier nicht aufgezählt werden, da sie nicht mehr existieren, die Corps als Einheit von Studenten, die ihren Horizont erweitern und zur akademischen Spitze gehören wollten. Seit 1815 gründeten sich auch Burschenschaften, wo die Gemeinsamkeiten der Mitglieder in einem ähnlichen politischen Verständnis zu finden waren.

 



Auf Grund der protestantischen Übermacht der Regierungen in Deutschland fanden auch Katholiken zusammen um ihren Glauben zu behaupten. Am 4. November 1872, kurz nachdem Bismarck die Einigungskriege gewonnen hatte, wurde auch Palatia gegründet. Sie zeichnete sich dadurch aus, dass sie weder schlagend noch farbentragend war und Die sieben Gründungsmitglieder entschieden sich für die drei Farben Rot-Gold-Himmelblau. Rot und Gold waren damals die Farben von Baden und das Heidelberger Adelsgeschlecht, die Wittelsbacher, besaßen in ihrem Wappen das Königsblau, wofür sich die Palaten zunächst entschieden hatten. Nachdem die Wittelsbacher der jungen Studentenverbindung diese Farbe jedoch verweigerten, wurde das Königsblau durch das aktuelle Himmelsblau ersetzt. 1922 erwarb der Verein ein Haus am Schloßberg 17, doch nach wenigen Jahren geordneten Lebens auf dem Palatenhaus, 1933, wurden die Palaten mit den beiden katholischen Studentenverbindungen Ripuaria Heidelberg und Eckart Mannheim zusammengeschlossen, was bis zum Kriegsbeginn bestand hatte, wobei zu dieser Zeit auch das Haus veräußert werden musste.

 

Nach einigen Schwierigkeiten gelang es 1952 die Studentenverbindung wieder zu gründen. Anfang 1958 wurde dann die „Villa Fuchs“ erworben, welche bis heute ein wichtiger Bestandteil für alle Mitglieder ist. In den späten 60er und 70er Jahren herrschte, wie überall in Deutschland, auch in der Ziegelhäuser Landstraße ein wildes Durcheinander. Die Generationen hatten ein Verständigungsproblem, was gerade Studentenverbindungen den Zusammenhalt schwer gemacht hat und daraus resultierte ein Rückgang der Mitglieder von fast 190 auf unter 80. Seit 1971 wurden die Türen für alle Christen, nicht wie früher nur für Katholiken, geöffnet, was eine der entscheidendsten Veränderungen dieser Zeit war. Dennoch gelang es Palatia in den 80ern erneut zu erstarken. Seit 1883 waren das erste Mal erneut steigende Mitgliederzahlen zu vermelden und seit dem erholte sich der Mitgliederstand wieder auf über 150 Palaten und noch immer befindet sich der nun über 140 Jahre alte Studentenverein auf dem aufsteigenden Ast.

 

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